Ein Furzgedicht
von Katharina Höllebauer

 

Es war einmal ein Furz, ein kleiner,
so von der leisen Sorte einer,
der heimlich sich durchs Zimmer schlich,
nachdem Herrn Müller er entwich.
Untern Tisch schleicht er sich fort –
doch da sitzt schon einer dort.
Unserm Furz ist das sehr peinlich,
er schleicht weiter still und heimlich,
landet jetzt im Wintergarten
und will auf guten Wind dort warten,
um ins Freie zu entflieh'n.
Zur frischen Luft zieht es ihn hin.
Doch es ist kein Fenster offen,
und jetzt kann er nur noch hoffen,
dass einer merkt, dass es hier stinkt,
was den auf den Gedanken bringt,
man könnte doch ein bisschen lüften,
das befreit von manchen Düften,
die der Nase nicht genehm,
doch alle Leut' hier sind bequem,
umlagern schmatzend das Buffet –
na solche Szenen kennt man eh'.
Gierige Hände füllen Teller,
flink muss man sein, ein bisschen schneller
als alle andern, die sich drängen
und manchmal in die Mitte zwängen,
denn da steht die Köstlichkeit –
das beste wirklich weit und breit:
ein Bohnensalat, ein würzig feiner,
so wie die Hausfrau kann ihn keiner.
Jeder greift da kräftig zu,
nimmt sich noch nach und dann im nu
wirken die Bohnen, wie man weiß,
auf manche Stirne tritt schon Schweiß,
und so kann es auch gescheh'n,
dass Winde auf die Reise geh'n.
Nicht jeder Furz ist so sensibel,
dass ihm von dem Gestank wird übel.
Die meisten stinken einfach nur,
denn das ist schließlich die Natur.
Drum merke: Willst du Bohnen essen,
darfst du aufs Lüften nicht vergessen.