Gesetz Nr. 5
Vergessen Sie Ihre früheren Lebensträume nicht.
Im Unterbewussten träumt jeder vielleicht von einem ganz anderen Leben. Paare kämpfen miteinander, ohne zu wissen, warum.
Vergessen Sie Ihre früheren Lebensträume nicht!
Wieso drohen Beziehungen zu scheitern, obwohl so viele schöne Augenblicke und tiefe Gefühle miteinander geteilt werden können? Warum verbeißen sich Paare in bestimmte Themen?
Klaus und Gabi zum Beispiel streiten sich immer über die Kindererziehung, Marga und Steve wegen der Partys, auf die er nicht gehen mag, sie aber schon. Harry und Françoise über das Reitpferd und seine Hütte in Südschweden.
Paare haben besondere Paar-Macken, wie es scheint. Sie kreisen endlos um das gleiche Thema, und die Frage ist: wieso können sie nicht zur Ruhe finden? Selbst wenn sie schon längst erkannt haben, dass sie unterschiedliche Schutzgrenzen oder ein unterschiedlich starkes Verlangen nach sozialen Kontakten haben, reiben sie sich daran weiter auf. Die Antwort – eine wichtige Antwort – lautet: weil dabei jeder um seine Träume kämpft. Wir können von diesen scheinbar banalen Streitigkeiten nicht lassen, weil jeder in der Beziehung seine Sehnsüchte und Wünsche verteidigen will, die ihm sehr wichtig sind. Mit den alltäglichen Konflikten sind für uns unbewusst Lebensthemen und Hoffnungen von existenzieller Bedeutung verbunden. Visionen, für die wir leben, aus denen wir unsere Kraft und unseren Lebenswillen ziehen.
Paare bekämpfen einander, ohne selbst zu verstehen, wofür sie kämpfen, ohne zu begreifen, wieso sie sich vom ‚Anderssein‘ des Partners so tief getroffen fühlen. Sie ahnen nicht, dass es um ihre Träume geht, mit denen sie unbewusst leben. Aber solange diese ‚vergessenen‘ Träume nicht aufgedeckt und zu einem bewussten Teil der Beziehung gemacht werden, kommt man in den Auseinandersetzungen nicht weiter.
Nicht jeder Traum muss wahr werden. Aber wir müssen ihn achten, damit er uns nicht beherrscht. Jeder dieser Träume hat seine Berechtigung und ist bedeutsam und schön. Und den Partner darin zu unterstützen, seine Träume zu verstehen, zu achten und vielleicht sogar auch zu verwirklichen, sollte das Ziel einer lebendigen Partnerschaft sein.
Übungen:
Lebensträume sind davon geprägt, was wir erlebt oder vermisst haben und wer wir deshalb sein, was wir deshalb (er-)leben wollen. Sie sind bestimmt davon,
- was uns in unserer Kindheit gut getan hat, was wir bewundert haben.
- was wir in unserer Kindheit als schmerzhaft erlebt haben und was wir in jedem Fall anders machen wollen.
- wie bestimmtes Erleben und Gefühle in unserer Herkunftsfamilie bewertet wurden.
- wer wir für den Partner sein wollen, wie wir wahrgenommen werden wollen.
- welche Vorbilder und abschreckenden Beispiele wir haben.
Übung 1
Führen sie ein Gespräch darüber, was Ihnen im Leben am wichtigsten ist. Was Ihre wichtigsten Ziele sind. Führen sie es in der kontrollierten Dialogform: Ein Partner spricht, und der andere hört nur zu und stellt höchstens Verständnisfragen, gibt aber keine Kommentare ab.
Beginnen Sie mit der Fantasie, Sie könnten ihren Kindern die drei wichtigsten Dinge im Leben vermitteln. Was würden sie ihnen mit auf den Lebensweg geben? Worauf kommt es an im Leben? Was macht wirklich glücklich?
Überlegen Sie dann in einem zweiten Schritt, was ihre Antworten, ihre Ziele und Schwerpunkte mit den „vergessenen Träumen“ aus ihren Streitigkeiten zu tun haben.
Übung 2
Wie weit geht Ihre gegenseitige Unterstützung der Träume?
- Sie haben keine klare Vorstellung von den Träumen und Werten und tiefen Sehnsüchten ihres Partners.
- Sie kennen die Träume/den Traum Ihres Partners.
- Sie können diesen Traum in seiner Bedeutung für Ihren Partner anerkennen und annehmen.
- Sie unterstützen diesen Traum und ermöglichen ihn durch finanzielle, zeitliche oder andere Unterstützung.
- Sie teilen den Traum Ihres Partners aktiv.